20. Juli 2019

Ankunft Fähre Ancona

Vorab: ja wir sind in Albanien angekommen.
Gefühlslage von mir: ausgelaugt, nudelfertig, wortwörtlich stinkesauer und dampfgeladen. Also auf gut Deutsch: "am Arsch"

 

Aber jetzt mal von vorne:

am Freitag 19. Juli 2019 ging die Reise nach Albanien los.
Fertig gepackt und vollbeladen sind wir ins Aargau - korrekterweise nach Endingen - gefahren, um unsere Reisepartner für die nächsten zwei Wochen zu treffen.
Kurze Vorstellungsrunde: Mit uns reisen Paul und Tonia und ihr roter Discovery 4 namens "Mönsterli".
Das war der erste Reiseabschnitt und hier haben wir eine sehr kurze Nacht verbracht.

 

Samstag 20. Juli 2019.
Tagwache: 01:30   Abfahrt: 02:30


Mensch war das früh!! Die haben doch nicht alle Tassen im Schrank! Stockfieser war es noch.
Und als Martin mich startete war die ganze Nachbarschaft wach :) egal... wir sind unterwegs.
Die ersten Kilometer ging alles reibungslos. Ohne Stau und ohne Probleme meinerseits.
Plötzlich knisterte es aus dem Funk: "hei wir haben am Gotthard schon Stau - Zeitverlust ca. 1 Stunde".
Da wir aber schon zu weit waren um einen anderen Weg einzuschlagen hiess es Augen zu und durch. Zum Glück war die Luft noch kühl und so konnte ich auch immer wieder schön abkühlen. Das war für mich nicht einfach und sehr anstrengend. Aber ich hab's durchgezogen!

 

Weiter geht es Richtung Italien. 1. Etappenziel: Ancona Hafen.
Doch was definitiv nicht eingerechnet war: Unfall vor Bologna mit einigen Autos welche sich geküsst haben. Stau, Stau, Stau, Stau und nochmals Stau. Dieses Stop and Go ging mir so richtig mächtig auf den Kecks. Die Sonne branntet mir auf die Schnauze, keine kühles Lüftchen kommt durch meine Innereien welche mich ein bisschen abkühlen könnten. Cindy und Martin haben im Auto immer wieder mal gesagt "Hoffentlich hält Roschti das aus und Überhitzt nicht" So richtig Vertrauen hatten Sie anscheinend nicht in mich. Das war enttäuschend.
Als Rache dafür hab ich dann mal das Entlüftungsventil des Benzintankes geöffnet. Also auf gut Deutsch: ich hab mal kurz gerülpst. :-)
Die Auswirkung darauf war, dass es im Inneren nach Benzin roch. Panik trat auf - und kurz darauf stand ich auf dem Pannenstreifen.
Doch Martin hat nach kurzer Analyse herausgefunden dass es halb so schlimm ist und so fuhren wir wieder in den Stau.

Da wir im Stau so viel Zeit verloren haben mussten wir nachher ein bisschen Gas geben um die Fähre noch rechtzeitig zu erwischen.
Ich hab mein bestes gegeben und gekämpft. So vollbeladen, heiss und Stress haben mich aber total ausgelaugt. Ich kann nicht mehr - das wollte ich den beiden irgendwie mitteilen. Doch wie soll ich das Martin und Cindy sagen wenn ich nicht sprechen kann? ich schrie so laut ich konnte: "ich brauch eine Pause! ich kann nicht mehr!" Sie hören mich aber nicht. Also muss ich das anders regeln.
Ich mach doch einfach irgendwelche quitschende, knatternde, schleifende Geräusche. Und plötzlich wurde ich erhört.

ABER: Pause gab es keine. Das einzige was Martin sagte: "Roschti jetzt musst du einfach durchhalten bis wir am Hafen eingeschifft haben. In Albanien schauen wir dann was mit dir nicht stimmt."

Gesagt, Getan. Wir sind auf der Fähre. Doch mir geht es gar nicht gut. Mir tut alles weh, ich hab Schmerzen und leider kann ich euch auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen ob ich überhaupt noch weiterfahren kann.
Ist mein Radlager kaputt? Mein Getriebe überstrapaziert worden? Hat die Steckachse die vielen Löscher nicht überlebt?  Ich weiss es nicht.


Fakt: am Sonntag 21. Juli 2019 ca. um 10:30 werden wir in Albanien aus der Fähre fahren - so fern Gott will - und als erstes eine Garage anfahren da ich so definitiv nicht mehr weiterfahren kann.

 

Tut mir leid dass ich keine guten Nachrichten überbringen kann. Doch diese ca. 12 Stunden durchfahren waren zu viel für mich. Ich bin doch schon ein Oldtimer - da müsste man ein bisschen Rücksicht auf mich nehmen. Aber das haben Sie nicht :-( eigentlich selber schuld oder?

 

So melde mich wieder....

 

Euer Roschti